Österreich bezeichnet sich gerne selbst als „Insel der Seligen“. Dass es das nicht ist, ist allen intelligenten Menschen klar. Nicht nur das: Die Floskel der „Insel der Seligen“ euphemisiert den wahren Status als „Insel der unsolidarischen Feiglinge“. Kein anderer zeigt diesen traurigen Zustand derzeit so gut wie Kanzer Faymann. Als ob der mächtigste Mann der Welt nichts besseres zu tun hätte, eines der unbedeutendsten Länder Europas zu zu besuchen, lädt Kanzler Faymann über die Qualitätszeitung „Österreich“ (Obama wird diese Zeitung sicherlich der „New York Times“ bei der morgendlichen Lektüre vorziehen!) den amerikanischen Präsidenten nochmals – da Obama den ersten Aufruf skandalöserweise ignoriert hat – nach Österreich ein.
Gleichzeitig betont Faymann abermals, auf die Neutralität (für Nicht-Österreicher übersetzt: Der österreichische „Wir halten uns aus allem raus, den Dreck müssen andere für uns erledigen, aber wir wollen trotzdem wichtig sein-Komplex“ zu bestehen, und niemals einen NATO-Beitritt zu befürworten.
Während Kroatien und Albanien der NATO beitreten, ein Däne neuer Nato-Generalsekretär wird, ja während Obama in faszierenden Reden für eine weltweite solidarische Gemeinschaft im Kampf gegen die Wirtschaftskrise und gegen den Terrorismus (Taliban in Afghanistan/Pakistan) plädiert, setzt man im Zeitalter der Globalisierung in Österreich auf eine Hans-Krankl“Mir is ois wurscht-Geht ins nix an!“-Mentalität. Wird schon alles gut gehen, dass mit der Wirtschaftskrise und den Taliban! Österreich ist ja neutral – Neutral gegen eh alles!
Ich bin eigentlich ein Freund vornehmer Worte. Aber diese unsolidarische Feigheit und diese Verlogenheit ist nicht nur unerträglich, beschämend, sondern auch ein Grund, warum Österreich eine internationale Lachnummer darstellt. Und das völlig berechtigt.
Ah geh Philip komm. Den Artikel schreibst du jetzt aber auch schon seit vielen Jahren immer wieder oder? Ich würd mir von dir als Geisteswissenschafter über die ganze Thematik mal etwas mehr Reflexion wünschen, statt die immergleiche Wiederholung von mal mehr mal weniger berechtigten Vorurteilen gegenüber einem konstruiert homogenen Akteur namens Österreich.
Vertiefe deine einzelnen Argumente doch mal und kritiser nicht immer so polemisch an der Oberfläche rum.
Und dann solltest du deine Argumente mal überprüfen. Gemessen an seiner Größe ist der Staat Österreich eben genau dank seiner Neutralität keine Lachnummer, sondern gilt gerade in der Staaten der Dritten Welt als ehrlicher Makler und Vermittler.
Die österreichische Weltpolitik könnte aktiver sein, aber von einer Witzfigur ist man auch weit entfernt – was die Politiker hier in der Krone und in Österreich manchmal sagen oder auch in den Mund gelegt bekommen, formulieren sie nämlich auf der weltpolitischen Bühne keineswegs in dieser Form.
Dass Österreich in Afghanistan nicht dabei ist, darüber darf man von mir aus geteilter Meinung sein. Aber dass es sich aus allem raushält und hinter seinen Grenzen versteckt, kann man so plump doch auch nicht behaupten (Kosovo- oder Tschad-Engagement vergessen?).
@tom:
Blauhelm-Einsätze mit NATO gleichzusetzen entspricht aber genau der Mentalität, die ich aus der Kritik herauslese.
Und NATO-Politik mit verantwortungsvoller Weltpolitik gleichzusetzen, halte ich für unangebracht.
Dass es momentan eine Neustrukturierung gibt, ist logisch, aber die antwortest hier auf den Kommentar eine Kindes des kalten Krieges. Dass es sie ohne NATO möglicherweise gar nicht geben würde, vergessen die vermummten Steinewerfer nämlich zu gerne
Hä? Welche vermummten Steinewerfer?
Die ultralinken Blöcke, die man bei fast jedem politischen Gipfel antrifft
War klar, die Unverständnis bezog sich darauf, was die mit unserer Diskussion zu tun haben?
Sehr viel, wenn du genauer nachdenkst. Faymann, Neutralität, Obama, Nato, Kampfeinsätze, Feiglinge usw……
Nein, nichts. Außer du hältst alle die nicht bedingungslos jede NATO-Mission gutheissen für Steinewerfer und/oder Feiglinge.
Vielleicht schweife ich ja zu sehr ab, weil ich auf vielen Plattformen unterwegs bin, lese und schreibe. Aber eine typische Haltung momentan ist Abschaffung des BH, weil das braucht eh keiner (vornehmlich von denen, die kurz vorm einrücken stehn), die Neutralität schützen (die es de facto eh nicht mehr gibt), gegen die NATO sein (ohne die es kein freies AUT gäbe (höchstwahrscheinlich) und öffnet die Grenzen für alle (sehr schlau). Und bloss weil keiner von denjenigen jemals Krieg selbst erlebt hat, ausser in MTV-Spots, Ego-Shootern und News, glauben sie, dass das alles so bleibt, wie es ist – sehr gefährliche Einstellung.
Zu allem Überfluss ist den leuten dann fad und sie schimpfen in Blogs, stärker radikalisierte werfen eben Steine und ganz desaströs fadisierte ballern eben in Schul- oder Gerichtsgebäuden rum. Hauptsache, man engagiert sich gegen Krieg, indem man Krieg führt, das gilt für links genauso wie rechts! Eigentlich hat das hier wenig zu suchen, das würde schon genug Stoff geben in meinem eigenen Blog, aber das ist eben meine Assoziation zu diesem Artikel, denn er hat recht:
Ösis sind grundsätzlich feige!
Du hast ein fantasiereiches Assoziationsvermögen.
Danke *fg*
Die NATO hat im kalten Krieg irhe Berechtigung gehabt, aber der kalte Kreig ist vorbei. Und auch ohne die NATO hätten es sich die Russen nie getraut , in Europa einzumaschieren, weil sie damit auch ohne NATO einen Atomkrieg und somit die eigene Zerstärung (Stichwort: MAD – Mutual Assured Distruction) riskiert hätten.
Die heutige NATO ist hauptsächlich dazu da, die meist durchs Erdöl ausgelösten Krige der USA zu organiesieren. Zwar ist die NATO offiziell ein reines Verteidigungsbündnis, aber praktisch wird von jedem NATO-Mitglied verlangt, sich zumindestens gelegentlich an einenm Angriffskrieg zu beteiligen.
Und an friedenssichernden Einsätze kann man sich auch beteiligen, wenn man nicht NATO-Mitglied ist.
Also ht es nichts mit Feigheit zu tun, wenn man sich nicht am imperalistischen Bund der USA-Unterstützer beteiligt.