Ausgerechnet ein Politiker jener Partei, die immer sofort an der Stelle ist, „mangelnde Deutschkenntnisse“ von Ausländern zu kritisieren, zeigt, welches Niveau in manchen Landtagen, ja sogar teilweise im Parlament herrscht. In einem Land, wo es keine Debattenkultur gibt, und das Wissen über Rhetorik, der freien Rede und sinnvollen Argumentation vernachlässigt wird, ist das allerdings nicht verwunderlich. Ein deutscher Studienkollege von mir schaut regelmäßig ORF 2, und ist immer wieder fassungslos, wenn er die Reden österreichischer Politiker beobachtet. Solche rhetorische und argumentative Inkompetenz würde nicht in die vorderen Reihen einer deutschen Partei stoßen.
Es erscheint endlich einmal an der Zeit, die Frage zu stellen, wie man die mangelhafte Diskussionskunst in Österreich verbessern kann. Dies würde in der Tat sinnvoller sein, als die aktuelle Kontroverse über die zusätzlichen zwei Unterrichtsstunden unserer Lehrer. Denn die freie Rede ist ein Kernelement einer Demokratie – und vielleicht sind nicht wenige Schattenseiten Österreichs auf die allgemeine „Meinungslosigkeit“ zurückzuführen.
nun die sprachkultur generell leidet extrem, nicht nur in österreich. als langjährig in deutschland lebender muss ich gestehen fällt ein frank walter steinmeier auch nicht gerade durch sein rhetorisches geschick auf, vorallem wenn man die metakommunikation mit einbezieht. oder edmund stoiber…..
nichts desto trotz scheinen genau diese politiker dem geschmack des publikums zu entsprechen; gesehen bei der wahl in kärnten. herrn dörfler könnte man diesbezüglich eine krone aufsetzen, seine sprachgewandtheit grenzt an satire. anfangs dachte ich, er meint witze, als ich dann aber seine tatsächlichen witze las, war mir klar, dieser mann spricht sehr einfache gemüter an. zu berücksichtigen ist allerdings, dass österreich einen anderen sprachstamm hat als deutschland. das heere vorurteil, dass alle deutschen deutsch können stimmt auffallend nicht. der ministerpräsident von baden-württemberg und viele mehr legen zeugnis einer sehr vielschichtigen sprachkultur ab. das hannoveranisch interpretieren wir als das deutsch, weil es hochdeutsch ist und weil mancher politiker, wie herr schröder dazu in der lage sind. aber viele landtagsverterter in baden-württemberg, bayern, hessen, rienland-pfalz, sachsen, thüringen, …. sind ebenso wenig in der lage wie herr dörfler. trotz alle dem geb ich dir recht, das niveau im öffentlichen raum ist erbärmlich. daher habe ich mir angewöhnt klein und ohne komma zu schreiben.