Schon wieder wurde ein dunkelhäutiger Mensch von inkompetenten Polizisten misshandelt, nur weil er schwarz ist,weil er zur falschen Zeit am falschen Ort auftauchte und so offensichtlich ein Opfer einer fatalen „Verwechslung“ wurde. Einem Bär von einem Mann, ein weltgewandter amerikanischer Lehrer an der seriösen Vienna International School, wurde von Polizisten mehr als unsanft gezeigt, wie der Alltagsrassismus in Österreich funktioniert. Schon gibt es vermutlich einen weiteren Fall, wo eine Cobra-Einheit den umstrittenen Taser gegen einen Schubhäftling eingesetzt hat – mit äußerst schmerzhaften Folgen für den Betroffenen. Das, was aufgeklärkte Menschen nun ungläubig beobachten müssen, ist das Ergebnis von zahlreichen Faktoren, die man gar nicht alle aufzählen kann, zu vielschichtig erscheint das Phänomen: Österreich ist aufgrund politisch-geschichtlicher Gründe in Europa hinsichtlich Menschenrechte für „Andersseiende“ ein äußerst rückständiges Land. Jahrzehntelang haben hochrangige Politiker, Medien und Behörden mit ihren Äußerungen und Tätigkeiten der Bevölkerung vorgezeigt, dass es gar nicht so schlimm ist, gegen die „Ausländer“ zu hetzen, Menschen mit anderer Hautfarbe pauschal zu verdächtigen und hinter allen Asylanten Betrüger erkennen zu wollen. Derartige Phänomene, die in Deutschland undenkbar wären, und die deutsche Bürger fassungslos registrieren, wenn sie sich mit diesen österreichischen Umständen jenseits des Tourismus beschäftigen, graben tiefe Risse ins Klischeebild der „Insel der Seligen“, das ohnehin nichts mit der Realiät zu tun hat.
Noch dramatischer als die Vorfälle selbst ist die „Ois is wurscht!“-Mentalität im österreichischen Bürgertum. Außer einzelnen Politikern, Institutionen und Anwälten ist von einer empörten Zivilgesellschaft nichts, absolut nichts zu vermerken. In einer Art althabsburgerischen-katholischen Untertanenmentalität wird schön gekuscht – „Hände falten, Goschn haltn“, wenn nicht noch schlimmer, das System der Menschenverachtung innerlich gebilligt. Nirgends sind Intellektuelle zu sehen, die gewandt ihr Wort erheben: Kein Helmut Schmidt, kein Joschka Fischer, kein Humanist in Sicht. Demokratisch, moralisch, ethnisch und intellektuell ist Österreich zur „Insel der Unseligen“ geworden, und keine Rettung ist in Sicht.
Die Polizisten, die den amerikanischen Lehrer verprügelt haben, sind übrigens noch immer im Amt. Und der Verprügelte muss sich außerdem vorwerfen lassen, die Polizisten im Gemenge nicht darauf aufmerksam gemacht zu haben, dass er kein Drogendealer ist. Quasi: Haha, selber schuld! Wer hier jetzt überrascht ist, ist kein gelernter Österreicher.
furchtbarer vorfall mit dem lehrer aus den usa. tragisch auch, dass sowas immer wieder passiert. darf nicht, kann nicht, dem gesetz nach, aber es passiert. ich frage mich warum? ich stimme dir nicht zu, bei deiner erklärung! ich sehe zwar schon eine gewisse tendenz, wurscht, goschn halten in österreich, aber nachdem ich nun mehr als 10 jahr ein deutschland lebte, kann ich nicht behaupten, dass dies in deutschland anders wäre. die menschenverachtung der hartz 4 reformen, das abfackeln von asylantenheimen, die schröderallyren, die einkommensschere (weitaus grösser in deutschland als in österreich),…. haben zu höchstens zaghaften ansätzen einer demonstration des wählerwillens geführt. die polizei schaut in quedlinburg erst garnicht zum tatsort, wenn ein ausländer von der braunen rotte druch die stadt gehetzt wird,….. beispiele gibt es dermassen viele, ein blick in die entsprechenden zeitungen hilft da sehr wohl. doch wie kann man das problem in österreich zumindest eindämmen?
ich hörte von verpflichtenden kursen, die junge polizeibeamte in himblick auf vergealtigung mitmachen müssen und so ein etwas besseres verständnis für die belange der opfer entsteht. dies könnte eventuell auch in diesem zusammenhang fortschritte bringen. allerdings frage ich mich, ob in der polizielichen ausbildung nicht rechtsstaatlichkeit als lehrgegenstand an oberster stelle steht. ich weiss es nicht. jemanden, egal, ob er weiss, schwarz, braun,… ist, kann nicht ohne sich vorher klar und deutlich zu deklarieren, gewalt angetan werden. dies beinhaltet die organvollmacht nämlich in keinster weise. kein polizeibeamter darf irgend jemanden schlagen, einzig die notwehr und die angemessene einwaffnung, bedingte zwangsmassnahmen,….. sind vom gesetz her gedeckt.
ich verstehe nicht, wie man die beiden beamten immer noch in dienst halten kann. der druck der medien scheint hier zu versagen und auch jener der legislative. der fall ist, wie er durch die medien kolportiert wurde, recht eindeutig und klar. sie haben sich glücklicher wiese auch en falschen ausgesucht. da gibts glücklicher weise diplomatische nachspiele!
furchtbar, ich komme mir vor, wie in einem nicht sehr demokratischen staat. die willkür ist ein erschreckendes zeichen und ich hoffe es wird sich hier einiges änern und nicht alle aufmerksamkeit auf einen fritzl und eine wirtschaftskrise gelegt werden.